Im Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar wurde kürzlich die erste "Toilette für alle" in Thüringen offiziell in Betrieb genommen. Die neue Sanitäreinrichtung wurde speziell für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen eingerichtet, deren Bedürfnisse von klassischen barrierefreien WCs nicht abgedeckt werden.
Die "Toilette für alle" befindet sich im Erdgeschoss des Museums am Jorge-Semprún-Platz 2, 99423 Weimar, und ist während der regulären Öffnungszeiten (täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr) mit einem Euro-WC-Schlüssel zugänglich. Die Ausstattung umfasst eine höhenverstellbare Pflegeliege mit abklappbarem Seitengitter, einen Deckenlifter, der alle Bereiche des Raums erreicht, sowie einen speziellen, luftdicht verschließbaren Mülleimer für Inkontinenzmaterial. Die Einrichtung entspricht der DIN 18040-1 und erfüllt darüber hinaus die Qualitätsstandards der Stiftung Leben pur, die das Projekt mit initiiert und begleitet hat.
Die neue "Toilette für alle" ist nicht nur für Besuchende des Museums gedacht – sie steht allen Menschen offen, die sich in der Innenstadt aufhalten und auf eine solche barrierefreie Lösung angewiesen sind. Bundesweit gibt es inzwischen rund 190 dieser Anlagen – in Thüringen ist dies die erste. Der Bedarf bleibt groß, insbesondere in den neuen Bundesländern.
Zum Steckbrief der "Toilette für alle" im Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, Weimar



